Sicherheit
Wie wir unsere Kunden schützen
Stand: 23. August 2026. Alle Zahlen in diesem Dokument stammen aus Messungen auf unseren eigenen Systemen im Zeitraum vom 19. bis 23. August 2026.
Ein Unternehmen, das E-Mail-Konten für Dritte betreibt, verwaltet fremde Kommunikation. Nicht Daten im abstrakten Sinn, sondern Rechnungen, Vertragsentwürfe, Krankmeldungen, Kontoauszüge, Bewerbungen, private Korrespondenz. Wer diese Verantwortung übernimmt, schuldet Transparenz darüber, was er zu ihrem Schutz tut. Dieser Text beschreibt unsere Schutzmaßnahmen so genau, wie es möglich ist, ohne einem Angreifer eine Landkarte zu zeichnen. An zwei Stellen bleiben wir deshalb bewusst unscharf, und wir sagen jeweils dazu, warum.
Der Grundsatz: eine legitime Mail wiegt schwerer als eine Spammail
Jedes Spamfilter-System steht vor derselben Abwägung. Filtert es zu scharf, gehen echte Nachrichten verloren. Filtert es zu lasch, überflutet Werbung und Betrug das Postfach.
Wir haben uns entschieden, und wir sagen offen, wie: Eine legitime Mail im Spamordner wiegt bei uns schwerer als eine Spammail im Posteingang. Für die Rechnungspost unserer Geschäftskunden gilt die Regel ohne jede Einschränkung. Eine Rechnung, die nicht ankommt, kostet Geld, Vertrauen und im schlimmsten Fall eine Geschäftsbeziehung.
Daraus folgt eine Arbeitsweise, die aufwendiger ist als das Übliche: Bevor eine Erkennungsregel bei uns scharf geschaltet wird, läuft sie zunächst wirkungslos mit und wird gegen echte Kundenpost gemessen. Wir prüfen jede neue Regel gegen jahrelange, tatsächlich zugestellte Geschäftskorrespondenz. Feuert sie dort auch nur ein einziges Mal, geht sie nicht in Betrieb, sondern zurück auf den Tisch.
Ja, wir löschen E-Mails. Und ja, darunter sind Fehlurteile.
Wir halten nichts von der Behauptung, ein Spamfilter arbeite fehlerfrei. Kein System der Welt tut das, und wer etwas anderes verspricht, hat entweder nicht gemessen oder sagt nicht die Wahrheit.
Wir löschen Nachrichten, bei denen die Beweislage eindeutig ist. Und wir sind uns bewusst, dass sich unter diesen Löschungen sogenannte False Positives befinden, also Fehlurteile, bei denen eine harmlose Nachricht als schädlich eingestuft wurde.
Hier haben wir nicht aufgehört zu denken. Jeder Absender einer gelöschten Nachricht bekommt von uns eine Mitteilung, sofern er diverse Absenderregeln erfüllt, die heutzutage Standard sind. Er erfährt also, dass seine Nachricht nicht zugestellt wurde, warum das geschah und was er tun kann. Aus einem stillen Verlust wird eine Verzögerung mit Rückweg.
Diese Mitteilung geht ausdrücklich nicht an jeden. Ein Absender, der sich nicht ausweisen kann, bekommt keine. Der Grund ist technischer Natur und ebenso wichtig: Wer Antworten an gefälschte Absenderadressen verschickt, belästigt unbeteiligte Dritte und wird selbst zum Teil des Problems. Diesen Fehler machen wir nicht.
Was Absenderregeln sind, und warum sie über Zustellung entscheiden
Die Regeln, nach denen E-Mail funktioniert, heißen RFC. Das steht für „Request for Comments” und ist die seit 1969 gepflegte Sammlung technischer Standards des Internets. Ein RFC ist keine Empfehlung unter vielen, sondern die verbindliche Beschreibung dessen, wie ein Protokoll zu funktionieren hat. E-Mail selbst ist in RFC 5321 und RFC 5322 beschrieben.
Für die Frage, ob ein Absender echt ist, sind drei jüngere Standards entscheidend:
- SPF, RFC 7208. Der Inhaber einer Domain hinterlegt im Internet-Namensdienst, welche Server für ihn E-Mail versenden dürfen. Kommt eine Nachricht von einem anderen Server, ist sie nicht autorisiert.
- DKIM, RFC 6376. Der versendende Server unterschreibt jede Nachricht kryptografisch. Der Empfänger prüft die Unterschrift gegen einen öffentlichen Schlüssel im Namensdienst. Stimmt sie nicht, wurde die Nachricht unterwegs verändert oder stammt nicht vom angegebenen Absender.
- DMARC, RFC 7489. Verbindet beide Verfahren und legt fest, was ein Empfänger tun soll, wenn die Prüfung scheitert. Zusätzlich bekommt der Domaininhaber Berichte darüber, wer in seinem Namen Mail versendet.
Drei weitere Standards prägen unseren Betrieb:
- RFC 3834 regelt automatisch erzeugte Antworten. Er verhindert, dass zwei Systeme sich gegenseitig in eine Endlosschleife schicken. Jede unserer Mitteilungen an Absender trägt die dort vorgeschriebenen Kennzeichnungen.
- RFC 8461, MTA-STS erzwingt verschlüsselte Übertragung zwischen Mailservern. Ohne diesen Standard kann ein Angreifer die Verschlüsselung im Transportweg einfach abschalten, und beide Seiten merken nichts davon.
- RFC 8460, TLS-RPT liefert tägliche Berichte darüber, ob die Verschlüsselung zu uns tatsächlich funktioniert hat, und zwar von den sendenden Systemen selbst.
Die unbequeme Wahrheit über den Zustand der E-Mail-Landschaft
Wir haben nicht geschätzt, wir haben gezählt: alle eingehenden Zustellvorgänge vom 19. bis 23. August 2026 auf unseren Servern.
| Prüfung | bestanden | nicht bestanden |
|---|---|---|
| SPF | 75,1 % | 24,9 % |
| DKIM | 69,2 % | 30,8 % |
| DMARC | 77,3 % | 22,7 % |
Aufgeschlüsselt sieht es so aus:
SPF Pass 75,1 % Fail 8,7 % SoftFail 8,1 % None 4,2 %
PermError 3,0 % Neutral 0,9 %
DKIM Pass 69,2 % None 30,5 % Fail 0,4 %
DMARC passed 77,3 % failed 22,6 %
Fast jeder vierte Absender, der uns erreicht, besteht weder SPF noch DKIM. Gemessen sind es 22,9 Prozent. Fast jeder dritte Absender signiert seine Post überhaupt nicht, das sind die 30,5 Prozent bei DKIM.
Der Wert PermError bei SPF verdient eine eigene Erwähnung. Er bedeutet, dass jemand einen SPF-Eintrag angelegt hat, der technisch fehlerhaft ist. Der Absender glaubt also, geschützt zu sein, und ist es nicht. Das betrifft 3 Prozent der Vorgänge.
Dahinter steht ein Problem, das die gesamte E-Mail-Landschaft betrifft: Ein erheblicher Teil des weltweiten Mailverkehrs läuft über Server, die seit über zehn Jahren nicht aktualisiert wurden. Sie sprechen veraltete Verschlüsselungsverfahren oder gar keine, sie kennen die oben genannten Standards nicht, und sie sind für Angreifer ein offenes Tor. Wer über einen solchen Server sendet, ist von einer echten Nachricht nicht mehr unterscheidbar, und genau darauf setzen Betrüger.
Für die Allgemeinheit bedeutet das ein Risiko, das über den einzelnen Absender hinausgeht. Ein übernommener, ungepflegter Mailserver verschickt Phishing im Namen seines legitimen Betreibers, mit dessen Reputation und dessen Kundenkontakten. Der Schaden trifft Dritte, die mit der Nachlässigkeit nichts zu tun hatten.
Wir haben uns nach reiflicher Überlegung entschieden, hier nicht wegzusehen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, unsere Kunden zu schützen. Das hat oberste Priorität, und wir nehmen es ernst.
Was in unserem Namensdienst steht
Der Namensdienst, im Fachjargon DNS, ist die öffentliche Auskunft darüber, wie ein Absender uns erreicht und welche Regeln dabei gelten. Bei uns steht dort mehr als bei den meisten. Alles Folgende ist öffentlich abfragbar, wir verraten damit nichts.
5.1 Erreichbarkeit und Zustellwege
MX Priorität 10 mail.vipmail.app der Hauptserver MX Priorität 20 mx2.vipmail.app der Ausweichserver
Zwei getrennte Maschinen an zwei getrennten Standorten. Fällt die erste aus, nimmt die zweite die Post an und hält sie, bis die erste wieder erreichbar ist. Kein Absender bekommt eine Fehlermeldung, keine Nachricht geht verloren.
5.2 Absenderschutz
SPF v=spf1 a:mail.vipmail.app -all
DMARC v=DMARC1; p=quarantine; rua=...; ruf=...; fo=1;
adkim=r; aspf=r; pct=100
Das -all am Ende des SPF-Eintrags ist die schärfste mögliche Einstellung. Es bedeutet: Wer nicht von unserem Server sendet, sendet nicht in unserem Namen, Punkt. Viele Anbieter verwenden hier ein ~all, das lediglich einen Verdacht ausdrückt. Wir tun das nicht.
Der DMARC-Eintrag verlangt Berichte über jeden Missbrauchsversuch, einzeln und in der Zusammenfassung. Wir bekommen dadurch täglich Auskunft darüber, wer versucht, in unserem Namen zu versenden.
5.3 Erzwungene Transportverschlüsselung
MTA-STS v=STSv1; mode: enforce; max_age: 604800 TLS-RPT v=TLSRPTv1; rua=...
mode: enforce ist die entscheidende Zeile. Ein sendender Server, der MTA-STS unterstützt, muss uns verschlüsselt erreichen. Er darf nicht auf eine unverschlüsselte Verbindung ausweichen, auch dann nicht, wenn ein Angreifer im Netz dazwischen genau das erzwingen will. Der zugehörige Berichtsstandard sagt uns täglich, ob es funktioniert hat.
Diese beiden Einträge sind der Grund, warum uns Systeme wie Proton oder Google als vertrauenswürdigen Empfänger einstufen. Sie sind nicht Pflicht. Die überwiegende Mehrheit der Mailserver hat sie nicht.
5.4 Zertifikatskontrolle
CAA 0 issue "letsencrypt.org" CAA 0 issuewild "letsencrypt.org"
Dieser Eintrag legt fest, dass ausschließlich eine einzige, namentlich genannte Zertifizierungsstelle Zertifikate für unsere Domain ausstellen darf. Jede andere Stelle ist verpflichtet, eine Anfrage abzulehnen. Das schließt eine ganze Angriffsklasse aus, bei der ein Angreifer sich bei einer beliebigen Zertifizierungsstelle ein gültiges Zertifikat auf einen fremden Namen ausstellen lässt.
5.5 Automatische Einrichtung und eigene Namensserver
SRV _autodiscover._tcp Port 443 SRV _submission._tcp Port 587 SRV _imaps._tcp Port 993
Ein Mailprogramm findet die richtigen Einstellungen selbst. Das ist bequem, aber es hat auch einen Sicherheitsnutzen: Wer nicht von Hand konfiguriert, trägt auch keinen unverschlüsselten Port aus Versehen ein.
Drei redundante Namensserver liegen unter eigener Kontrolle. Der Namensdienst ist die Wurzel jeder Zustellentscheidung. Wer ihn übernimmt, übernimmt die Domain. Deshalb liegt er nicht irgendwo.
Die Schichten unserer Abwehr
Eine Nachricht durchläuft bei uns mehrere voneinander unabhängige Prüfungen. Das ist Absicht. Kein einzelnes Verfahren entscheidet allein, und der Ausfall eines Verfahrens legt nicht die Abwehr lahm.
6.1 Erste Schicht: Wer klopft überhaupt an?
Bevor eine Nachricht angenommen wird, prüfen wir die Gegenstelle. Existiert für ihre Adresse ein gültiger Namenseintrag, und zeigt dieser wieder auf dieselbe Adresse zurück? Ist die Adresse in einer der öffentlichen Listen bekannter Spamquellen verzeichnet? Wir fragen dafür sieben unabhängige Listen ab: Barracuda, GBUDB Truncate, NordSpam, PSBL, SURBL, SpamCop und blocklist.de.
Zusätzlich betreiben wir Adressen, die niemals an einem legitimen Geschäftsvorgang beteiligt sind. Wer an eine solche Adresse schreibt, hat sie nicht von einem Kunden bekommen, sondern aus einer Sammlung. Das ist ein sicheres Erkennungsmerkmal.
6.2 Zweite Schicht: Cyren
Wir setzen zwei getrennte Verfahren des Anbieters Cyren ein.
Cyren IP Reputation bewertet die Absenderadresse anhand ihres weltweiten Verhaltens in Echtzeit. Der Dienst sieht Mailverkehr in einem Umfang, den kein einzelner Serverbetreiber je sehen könnte, und erkennt eine neue Spamquelle oft innerhalb von Minuten nach ihrem ersten Auftreten. Das ist die Zeitspanne, in der klassische Listen noch gar nichts wissen.
Der Cyren Spam Server bewertet den Inhalt. Er ordnet eine Nachricht in Klassen ein, von unauffällig über Massensendung bis zu bestätigtem Spam. Entscheidend dabei: Der Dienst arbeitet mit Prüfsummen, nicht mit Ihrem Text. Es verlässt kein Nachrichteninhalt unser Haus.
6.3 Dritte Schicht: SpamFoo
SpamFoo ist ein lernendes Verfahren, das die Wahrscheinlichkeit einschätzt, mit der eine Nachricht unerwünscht ist. Es liefert kein Ja oder Nein, sondern einen Prozentwert.
Der Datenschutz ist hier der eigentliche Punkt. SpamFoo arbeitet serverseitig und ohne Übermittlung von Nachrichteninhalten an Dritte. Es gibt keine Cloud, in die Ihre Post kopiert wird, keinen externen Anbieter, der Ihre Korrespondenz zur Verbesserung seines Modells liest, und keine Weitergabe von Inhalten in ein Drittland. Das Verfahren lernt aus dem, was auf unserem eigenen Server passiert, und was es lernt, bleibt dort.
Wir halten diesen Punkt für wichtiger, als er üblicherweise dargestellt wird. Viele moderne Spamfilter erkaufen ihre Erkennungsleistung damit, dass sie Nachrichteninhalte an einen Cloud-Dienst übermitteln. Für einen Mailserverbetreiber in Deutschland ist das ein datenschutzrechtliches Problem, das sich nicht durch eine Klausel in den AGB auflösen lässt.
6.4 Vierte Schicht: Rspamd
Rspamd ist das Herz unserer Inhaltsanalyse. Es ist quelloffen, läuft vollständig auf unserer eigenen Hardware und besteht aus einzeln zuschaltbaren Modulen. Bei uns sind derzeit 43 davon aktiv. Was jedes einzelne tut:
Absender- und Echtheitsprüfung
| Modul | Aufgabe |
|---|---|
spf | prüft, ob der sendende Server für die Absenderdomain autorisiert ist |
dkim | prüft die kryptografische Unterschrift der Nachricht |
dkim_signing | unterschreibt unsere eigene ausgehende Post |
dmarc | wertet die Vorgabe des Absenders aus und meldet Missbrauch |
arc | verfolgt die Prüfkette über Weiterleitungen hinweg |
forged_recipients | erkennt gefälschte Empfängerangaben |
mid | prüft die Nachrichtenkennung auf Auffälligkeiten |
once_received | erkennt Nachrichten, die verdächtig kurze Wege genommen haben |
mx_check | prüft, ob die Absenderdomain überhaupt Post empfangen kann |
Inhalts- und Strukturanalyse
| Modul | Aufgabe |
|---|---|
bayes_expiry | pflegt das lernende Sprachmodell und altert Gelerntes aus |
neural | ein neuronales Netz, das aus dem Verkehr dieses Servers lernt |
fuzzy_check | erkennt Nachrichten, die einer bekannten Spamvorlage ähneln, auch nach Umbau |
phishing | vergleicht sichtbaren Linktext mit dem tatsächlichen Linkziel |
regexp | die Mustererkennung, Grundlage vieler weiterer Regeln |
trie | sucht sehr viele Textmuster gleichzeitig und schnell |
chartable | erkennt Zeichensatzmischungen, mit denen Filter getäuscht werden |
mime_types | prüft Anhangstypen und erkennt getarnte Dateiendungen |
hfilter | prüft Kopfzeilen auf Merkmale automatisierter Massensendungen |
maillist | erkennt echte Mailinglisten und behandelt sie richtig |
url_redirector | löst Kurzlinks auf und prüft das echte Ziel |
url_suspect | bewertet auffällige Adressmuster in Links |
spamassassin | bindet ein gepflegtes externes Regelwerk ein, Schwerpunkt Betrug und Phishing |
Reputation und Erfahrungswissen
| Modul | Aufgabe |
|---|---|
reputation | baut über Wochen ein Urteil über Absender, Adressen und Domains auf |
known_senders | erkennt Absender, mit denen bereits Kontakt bestand |
replies | erkennt Antworten auf laufende Korrespondenz und schützt sie |
whitelist | dauerhaft vertrauenswürdige Absender |
asn | bewertet, aus welchem Netzbetreiber eine Nachricht stammt |
rbl | fragt die öffentlichen Listen bekannter Spamquellen ab |
multimap | verknüpft eigene Listen mit eigenen Regeln |
Schadsoftware
| Modul | Aufgabe |
|---|---|
antivirus | Anbindung des Virenscanners, jeder Anhang wird geprüft |
Steuerung und Betrieb
| Modul | Aufgabe |
|---|---|
settings | erlaubt unterschiedliche Regeln je Empfänger |
force_actions | erzwingt bei eindeutigen Befunden eine feste Entscheidung |
ratelimit | begrenzt Massenzustellungen aus einer Quelle |
milter_headers | trägt die Prüfergebnisse nachvollziehbar in die Nachricht ein |
history_redis | hält die Prüfhistorie für die Nachvollziehbarkeit vor |
metadata_exporter | stellt Kennzahlen für die Überwachung bereit |
aliases | löst Adressumleitungen korrekt auf |
Eigenentwicklungen. Sieben Module haben wir selbst geschrieben, weil es für die jeweilige Bedrohung nichts Passendes gab:
| Modul | Aufgabe |
|---|---|
vipmail_kundenimitat | erkennt, wenn ein fremder Absender sich im Anzeigenamen als eine unserer Kundendomains ausgibt |
vipmail_markenimitat | erkennt dasselbe für Banken, Behörden und bekannte Marken |
vipmail_bulk | erkennt die typischen Bauteile industrieller Massensendungen |
vipmail_auth_deckel | schützt vollständig authentifizierte Geschäftspost davor, durch die Summe kleiner Verdachtsmomente in eine harte Maßnahme zu geraten |
vipmail_rechnungsschutz | erkennt echte Rechnungspost anhand belegter Geschäftshistorie und schützt sie ausdrücklich |
vipmail_akquise | erkennt unaufgeforderte Kaltakquise |
vipmail_wegwerf | erkennt Wegwerf-Domains mit maschinell erzeugten Zahlen-Wort-Mustern im Postfachnamen |
Der vipmail_auth_deckel ist die Antwort auf einen Fehler, den wir selbst gemacht haben. Im August 2026 wurde eine echte Rechnung gelöscht, weil sich zwei für sich genommen harmlose Verdachtsmomente zu einem Wert addierten, den niemand einzeln vorgesehen hatte. Jedes Signal war bewusst unterhalb der Schwelle dimensioniert, auf die Summe hatte niemand geachtet. Seitdem gibt es eine Obergrenze für Verdachtspunkte bei vollständig authentifizierten Absendern, und die Ausnahmen davon sind einzeln begründet und dokumentiert.
Wir schreiben das hier hin, weil es zur Ehrlichkeit gehört. Ein Betreiber, der behauptet, ihm sei so etwas nie passiert, hat entweder nicht hingesehen oder sagt nicht die Wahrheit.
6.5 Fünfte Schicht: IPServerSec
IPServerSec ist unsere Firewall, und sie tut mehr, als der Begriff vermuten lässt. Sie überwacht den Server rund um die Uhr, wertet fortlaufend sämtliche Protokolle aus und sperrt Angreifer automatisch aus, bevor ein Mensch überhaupt hinsehen könnte.
Sie arbeitet in neun getrennten Bereichen gleichzeitig: Anmeldeversuche auf existierende Konten, Anmeldeversuche auf erfundene Konten, das systematische Abklopfen nach gültigen Adressen, Protokollverletzungen, Missbrauch als Weiterleitungsstation, Angriffe auf die Weboberfläche, Angriffe auf den Verwaltungszugang und die Fallenadressen.
Wie viel dort ankommt, zeigt ein einzelner Tag. Am 23. August 2026 waren es bis zum Abend 11414 fehlgeschlagene Anmeldeversuche und 22459 im SMTP-Dialog abgewiesene Zustellversuche. Auf der aktiven Sperrliste für Anmeldeversuche stehen zum jetzigen Zeitpunkt über 3.200 Adressen und Adressbereiche, zusammen mehr als 196 Millionen Einzeladressen.
Das ist kein besonderer Tag. Das ist Dienstag.
Zwei Eigenschaften unterscheiden IPServerSec von einer gewöhnlichen Sperrliste. Erstens hat sie ein Gedächtnis: Eine Adresse, die nach Ablauf einer Sperre erneut auffällig wird, wird deutlich länger gesperrt als beim ersten Mal. Zweitens, und das ist der schwierigere Teil, kennt sie den Unterschied zwischen einem Angreifer und einem Kunden mit einem falsch konfigurierten Mailprogramm. Ein Kunde, dessen Programm alle 15 Minuten mit einem veralteten Passwort anklopft, erzeugt dasselbe Muster wie ein Angreifer. Wer hier nicht unterscheidet, sperrt seine eigenen Kunden aus.
Vor der Firewall auf dem Server liegt eine zweite, unabhängige Firewall im Rechenzentrumsnetz. Sie ist von einem übernommenen Server aus nicht erreichbar und deshalb auch nicht abschaltbar.
Was wir nicht tun
Wir lesen keine einzige Nachricht. Sämtliche beschriebenen Prüfungen laufen automatisiert. Kein Mitarbeiter öffnet Kundenpost, weder zur Fehlersuche noch zur Verbesserung der Erkennung noch aus Neugier. Wenn wir eine Erkennungsregel entwickeln, arbeiten wir mit technischen Merkmalen, Prüfsummen und Kopfzeilen. Muss zur Klärung eines Fehlurteils ausnahmsweise in einen Vorgang gesehen werden, geschieht das ausschließlich auf ausdrückliche Bitte des betroffenen Kunden und nur an dessen eigenem Vorgang.
Wir geben keine Inhalte an Dritte. Die eingesetzten externen Dienste arbeiten mit Prüfsummen und Reputationsdaten, nicht mit Ihrem Text.
Wir nennen keine Schwellenwerte. In diesem Dokument steht nicht, ab welchem Punktestand eine Nachricht welche Behandlung erfährt. Wer das weiß, kann seine Sendung genau darunter bauen. Diese Auskunft bekommt niemand, auch nicht auf Nachfrage.
Sicherung der Daten
Wir betreiben drei voneinander unabhängige Sicherungslösungen mit unterschiedlicher Technik, unterschiedlichem Speicherort und unterschiedlichem Zeitverhalten. Sie liegen physisch getrennt vom Produktivsystem.
Der Grund für drei statt einer ist einfach: Jede einzelne Sicherungsmethode hat einen Fall, in dem sie versagt. Eine Sicherung auf derselben Maschine überlebt keinen Hardwaredefekt. Eine Sicherung, die vom Produktivsystem aus beschreibbar ist, überlebt keinen Verschlüsselungsangriff. Eine Sicherung, die nur täglich läuft, verliert einen Tag. Drei Verfahren, die sich in ihren Schwächen nicht überschneiden, decken diese Fälle gegenseitig ab.
Wir beschreiben die drei Verfahren hier bewusst nicht im Detail. Wer weiß, wo und wie ein Betreiber sichert, weiß auch, was er angreifen müsste, um die Wiederherstellung zu verhindern. Genau das ist bei modernen Verschlüsselungsangriffen der erste Schritt: erst die Sicherungen, dann die Daten. Diese Landkarte zeichnen wir nicht.
Was wir sagen können: Die Wiederherstellung wird geprüft, nicht angenommen. Eine Sicherung, die noch nie zurückgespielt wurde, ist keine Sicherung, sondern eine Hoffnung.
Was passieren muss, damit eine E-Mail bei uns nicht ankommt
Diese Frage stellen Kunden zu Recht, deshalb hier die ehrliche Antwort: Es muss wirklich viel passieren.
Eine Nachricht wird bei uns nicht wegen eines einzelnen Merkmals einbehalten. Sie muss mehrere voneinander unabhängige Prüfungen gleichzeitig nicht bestehen. Ein fehlender SPF-Eintrag allein reicht nicht. Eine fehlende Signatur allein reicht nicht. Ein Eintrag auf einer einzelnen Sperrliste reicht nicht.
Umgekehrt gilt: Ein Absender, der sich sauber ausweist, mit dem bereits Kontakt bestand und dessen Domain eine belegte Geschäftshistorie mit dem Empfänger hat, wird bei uns nicht einbehalten. Für diesen Fall haben wir eigene Schutzmodule gebaut, deren einzige Aufgabe es ist, echte Geschäftspost gegen alle anderen Prüfungen zu verteidigen.
Und wenn es doch einmal geschieht, bekommt der Absender in aller Regel eine Nachricht darüber. Er weiß dann Bescheid und kann handeln. Ein stiller Verlust ist der eigentliche Schaden, nicht die Verzögerung.
Warum das alles nicht übertrieben ist
An dieser Stelle möchten wir Sie um zwei Minuten Aufmerksamkeit bitten. Bitte lesen Sie den folgenden Abschnitt zweimal.
Öffnen Sie gedanklich Ihr eigenes E-Mail-Konto. Nicht den Posteingang von heute, sondern das ganze Konto. Zehn Jahre. Vielleicht zwanzig.
Was liegt dort?
Rechnungen, ein- und ausgehend, mit vollständigen Adressen und Beträgen. Kontoauszüge und Zahlungsavise. Verträge. Geburtsdaten, Anschriften, Telefonnummern von Menschen, die Ihnen vertraut haben. Krankmeldungen. Bewerbungen mit Lebensläufen. Fotos. Die Namen und Adressen Ihrer Kunden, oft über viele Jahre gewachsen. Passwörter, die Ihnen jemand per Mail geschickt hat, weil es gerade schnell gehen musste.
Und, weniger offensichtlich und mindestens ebenso wertvoll: Ihre Schreibweise. Ihr Stil, Ihre Grußformeln, die Art, wie Sie mit welchem Kunden sprechen. Genug Material, um in Ihrem Namen eine Nachricht zu schreiben, die niemand hinterfragt.
Dazu kommt der Punkt, den die meisten übersehen: Wer Zugriff auf Ihr E-Mail-Konto hat, kann fast überall sonst das Passwort zurücksetzen. Das Mailkonto ist der Generalschlüssel. Onlinebanking, Warenwirtschaft, Steuerportal, soziale Netzwerke, Domainverwaltung. Überall führt der Weg zurück über eine E-Mail-Adresse.
Jetzt die Folge. Wird Ihr Konto übernommen und sind personenbezogene Daten Dritter betroffen, und das sind sie praktisch immer, dann greift in Deutschland Artikel 33 und 34 der Datenschutz-Grundverordnung: Meldung an die zuständige Datenschutzbehörde binnen 72 Stunden, und Benachrichtigung jeder einzelnen betroffenen Person.
Jeder einzelnen. Über zehn oder zwanzig Jahre gewachsen.
Dabei bleibt es nicht bei der Reputation. Wir würden es als existenzgefährdend beschreiben.
Ein Beispiel aus der Praxis, das uns nicht losgelassen hat
Vor einigen Tagen haben wir untersucht, wie viele deutsche Arztpraxen für ihre Kommunikation kostenlose E-Mail-Dienste verwenden. Wir nennen hier keine Namen von Anbietern, und wir nennen auch keine Namen von Praxen.
Das Ergebnis hat uns nicht überrascht, aber es hat uns beschäftigt.
Ein solcher kostenloser Dienst erfüllt nicht im Geringsten die Sicherheitsanforderungen, die einer Arztpraxis von der zuständigen Datenschutzbehörde auferlegt sind. Diese Anforderungen stehen nicht ohne Grund dort. In der ärztlichen Kommunikation laufen Rücküberweisungen, Röntgenbilder, Laborberichte, Befunde und Diagnosen.
Werden solche Daten abgegriffen, hat die Praxis nicht nur die Patienten und die Datenschutzbehörde zu informieren. Sie hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr auf dem Hals, nämlich im Darknet veröffentlichte Patientendaten. Gesundheitsdaten gehören nach Artikel 9 DSGVO zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten, für die ausdrücklich strengere Regeln gelten.
Was in einem übernommenen Postfach nach zehn Jahren steckt, haben wir im vorigen Abschnitt beschrieben. Bei einer Praxis kommt eine weitere Dimension hinzu: Der Zugriff reicht in aller Regel aus, um andernorts Passwörter zurückzusetzen, private Telefonnummern von Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden zu erfahren, aus dem gewachsenen Schriftverkehr Schreibstil und Ansprache nachzuahmen und mit gesammelten Geburtsdaten weitere, gezielte Angriffe auf genau diese Personen vorzubereiten. Für Letzteres kann ein Verantwortlicher unter Umständen selbst mithaftbar gemacht werden.
Bei unserer Recherche ist uns außerdem aufgefallen, wie wenige dieser Praxen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für ihren E-Mail-Zugang eingerichtet haben. Nach dem heutigen Stand der Technik ist das Fehlen einer solchen, längst etablierten und einfach einzurichtenden Absicherung grob fahrlässig.
Und übrigens: Diese Meldepflicht gilt nicht nur für Ärzte. Jedes gewerblich tätige Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet, muss im Ernstfall die Aufsichtsbehörde informieren und anschließend jeden einzelnen betroffenen Kontakt einzeln benachrichtigen. Das schadet nicht nur dem Ruf. Es spricht sich herum.
Wir sind keine Anwälte und geben keine Rechtsauskunft. Aber wir stellen die Fragen in den Raum: Was bedeutet das für die Schadensersatzforderungen, die daraus entstehen können? Und wie reagieren eine Betriebs- oder Berufshaftpflichtversicherung, wenn der Versicherungsfall auf eine unterlassene, längst übliche Absicherung zurückgeht? Auf diese beiden Fragen gehen wir hier bewusst nicht weiter ein. Sie sind es wert, dass jeder sie für sich selbst beantwortet, am besten mit dem eigenen Versicherer oder Rechtsbeistand, und zwar bevor etwas passiert, nicht danach.
Zur groben Fahrlässigkeit
Heute ist es grob fahrlässig, wenn ein Server- oder Mailserverbetreiber nicht das maximal Mögliche tut.
Das ist keine moralische Aussage, sondern eine mit Folgen. Wer die anerkannten Schutzmaßnahmen kennt und sie nicht umsetzt, verstößt gegen Gesetze und Auflagen. Artikel 32 DSGVO verlangt Maßnahmen nach dem Stand der Technik. Der Stand der Technik ist nicht das, was vor zehn Jahren üblich war.
Der Aufwand dafür ist heute kleiner, als viele annehmen. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ist in wenigen Minuten eingerichtet. Ein Postfach lässt sich absichern. Und ein Mailserver oder dessen Verwaltungszugang lässt sich so konfigurieren, dass er ausschließlich über ein VPN oder das eigene Firmennetzwerk erreichbar ist, statt offen aus dem gesamten Internet. Das sind keine exotischen Maßnahmen. Es sind Grundlagen.
Jeder Leser sollte sich einmal überlegen, was das für ihn selbst bedeutet. Nicht für den Anbieter, den er nutzt. Für ihn.
Was Sie von uns erwarten können
- Zwei getrennte Mailserver an getrennten Standorten
- Fünf voneinander unabhängige Prüfschichten
- 43 aktive Analysemodule, sieben davon selbst entwickelt
- Sieben unabhängige Reputationslisten
- Erzwungene Transportverschlüsselung mit täglicher Erfolgskontrolle
- IPServerSec, unsere eigene Firewall, überwacht rund um die Uhr und sperrt automatisch, davor steht zusätzlich eine unabhängige Hardware-Firewall im Rechenzentrumsnetz
- Drei unabhängige Sicherungslösungen an getrennten Orten
- Keine Übermittlung von Nachrichteninhalten an Dritte
- Kein Mensch, der Ihre Post liest
- Eine Mitteilung an den Absender, wenn eine Nachricht nicht durchkommt
Auch wenn Sie noch nicht unser Kunde sind
Wir haben das alles nicht gebaut, um es für uns zu behalten. Wir sind stolz darauf, was wir in den letzten Jahren gelernt und aufgebaut haben, und E-Mail-Kommunikation gehört heute so abgesichert, wie es in diesem Dokument beschrieben ist. Alles andere ist, mit Verlaub, nicht mehr zeitgemäß.
Deshalb dieses Angebot, ausdrücklich auch an alle, die heute noch nicht bei uns hosten: Wenn Sie bei Ihrer eigenen Kommunikation ein ungutes Gefühl haben, wenn Sie nicht wissen, ob Ihr jetziger Anbieter auch nur einen Bruchteil der oben beschriebenen Maßnahmen umsetzt, oder wenn Sie schlicht eine Zweitmeinung wollen, sprechen Sie uns an. Das gilt für Arztpraxen ebenso wie für Kanzleien, Handwerksbetriebe, Vereine, Konzerne und Einzelpersonen, unabhängig davon, wo auf der Welt Sie sitzen.
Wir prüfen bestehende Konfigurationen, migrieren laufenden Mailverkehr ohne Unterbrechung und hosten anschließend innerhalb der EU, vollständig DSGVO-konform. Ein Angebot kostet nichts und verpflichtet zu nichts.
Zum Schluss
Ein Unternehmen, welches heutzutage für Dritte E-Mail-Konten anbietet, ist ein Telekommunikationsunternehmen mit besonderen Auflagen und Pflichten. Wir werden diesen Pflichten gerecht und übertreffen sie.
vipmail.app ist ein Dienst der intelligent piXel GmbH, Enzianstraße 4a, 82319 Starnberg, HRB 207679.